Diese kleinen Grillspieße sind in Singapur, Malaysia und Indonesien gleichermaßen beliebt, und es bietet sich überall die willkommene Gelegenheit, eine schnelle kleine Zwischenmahlzeit zu sich zu nehmen. Dabei verändern sich die Rezepte für die Marinade und die Erdnußsauce von Region zu Region. Satay ist vermutlich eine Abwandlung des mittelöstlichen kebabs, da einer der Einflüsse auf die malaiische Küche von den Arabern ausging, die einst als Händler hierher kamen.

Satay wurde früher in Singapur und Malaysia von fahrenden Händlern angeboten. Später installierten sie feste Stände in den Straßen, und um sie zu finden, braucht man nur dem appetitlichen Aroma von satay über dem Holzkohlegrill zu folgen. Man bestellt eine erste Portion, und während man sie noch verzehrt, brät der Händler ohne Unterlass weiter, damit er ständig nachreichen kann (was er unaufgefordert auch tut), bis man schließlich gesättigt und hochzufrieden abwinkt. Zum Abrechnen zählt er nur die leeren Spieße. Es ist sehr unterhaltsam, ihm während des Essens zuzuschauen, wie er mit raschen Handgriffen arbeitet und die Flammen fächelt, die plötzlich hochschießen, wenn kleine Öltropfen hineinfallen.

Schon lange bevor die Händler ihre Stände öffnen und das Holzkohlefeuer entfachen, hat ihr Arbeitstag begonnen: Sie schneiden Rindfleisch, Hammelfleisch und Kaidaunen in kleine Stücke, entbeinen Hühner, um das Fleisch ebenfalls kleinzuschneiden, und marinieren alles für mehrere Stunden in einer Gewürzmischung, die jeder als sein ganz persönliches Betriebsgeheimnis bewahrt. Als Spieße dienen die Mittelrippen der Kokospalmblätter. Das marinierte Fleisch wird aufgespießt, mit einer Mischung aus Öl und Zucker eingepinselt und auf dem Holzkohlegrill gegart. Während der gesamten Garzeit wird das Fleisch mit der Öl-Zucker-Mischung angefeuchtet, um zu verhindern, dass es austrocknet und um ihm gleichzeitig eine ansprechende Glasur zu verleihen. Satay wird mit ketupat (gepresstem Reis), Gurke, rohen Zwiebeln und einem Schälchen mit Erdnusssauce serviert. Heutzutage bekommt man sogar Garnelensatay angeboten. Die Chinesen bereiten auch ein satay mit Schweinefleisch zu, eine Idee, die sie von den (nicht moslemischen) Malaien entlehnt haben.

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